Weit über Gleichberechtigung hinaus

 

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Sternstunde Religion: Weit über Gleichberechtigung hinaus - Judith Hardegger im Gespräch mit der feministischen Theologin Ina Praetorius

Sternstunde Religion vom 06.12.2009

 

Feministinnen haben viel erreicht: in der Schweiz eine annähernd geschlechterparitätisch besetzte Regierung, im Nachbarland Deutschland eine Bundeskanzlerin und mehrere Bischöfinnen. Was wollen die Frauen noch mehr? Ina Praetorius stellt klar: Gleichberechtigung ist nur das notwendige Eintrittsbillet für das, was jetzt folgt: die Gestaltung einer wohnlichen Welt. Noch immer werde die Welt nämlich sozusagen als konventionelles Ehepaar wahrgenommen: Vernunft kontrolliert Gefühle, Kultur beherrscht Natur, der Okzident hält den Orient für bedrohlich und irrational, ein vermeintlich zentrales Marktgeschehen macht die wirtschaftlichen Leistungen in Haushalten unsichtbar und mannhaft-bewaffnete Verteidigungsbereitschaft gilt nachwievor als wirksamste Friedensförderung. Die Theologin ist überzeugt: Alle gesellschaftlichen Bereiche sind betroffen und müssen neu durchbuchstabiert werden, um aufzuhören ein «Höheres Männliches» anzubeten, das sich heute kaum mehr «Herrgott», sondern eher «Wallstreet» oder «Eliteuniversität» nennt.Literatur:Ina Praetorius: «Weit über Gleichberechtigung hinaus… Das Wissen der Frauenbewegung fruchtbar machen». Christel Göttert Verlag 2009.Ina Praetorius: «Gott dazwischen. Eine unfertige Theologie». Matthias Grünewald Verlag 2008.Ina Praetorius: «Handeln aus der Fülle. Postpatriarchale Ethik in biblischer Tradition». Gütersloher Verlagshaus 2005.FAMA 4/09. Die feministisch-theologische Zeitschrift der Schweiz: «merk.würdig». 100. Ausgabe, Jubiläumsnummer.

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